Schulpflicht und Schulreife

In Deutschland gibt es die Schulpflicht. Das bedeutet: Kinder ab 6 Jahren müssen für 10 Jahre zur Schule gehen.
Bevor Ihr Kind in die Grundschule kommt, wird untersucht, ob das Kind bereit für die Schule ist. Man nennt das auch Schulreife. Sie bekommen eine Einladung zu diesem Termin, wenn Ihr Kind 5 oder 6 Jahre alt ist. Es ist sehr wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind zu diesem Termin gehen.

Wenn das Kind noch nicht bereit für die Schule ist, kann es ein Jahr später in die Schule gehen. Dann müssen Sie einen Antrag an das Staatliche Schulamt  schicken. Bei Fragen hilft Ihnen zum Beispiel Ihr Kindergarten.

Schulformen

Zuerst gehen alle Kinder in die Grundschule. Die Grundschule geht von der 1. bis zur 4. Klasse. Ab der 5. Klasse kommen die Kinder in eine weiterführende Schule. Es gibt zum Beispiel:

  • Hauptschulen (Klasse 5-9). Auf eine Hauptschule kommen Schüler mit weniger guten Noten. Mit einem Hauptschulabschluss kann man manche Ausbildungen machen.
  • Realschulen (Klasse 5-10). Auf eine Realschule kommen Schüler mit guten Noten. Mit einem Realschulabschluss kann man viele Ausbildungen machen. 
  • Gymnasien (Klasse 5-12). Auf ein Gymnasium kommen Schüler mit sehr guten Noten. Dort macht man das Abitur und kann dann an einer Hochschule oder Universität studieren.
  • Förderschulen (Klasse 1-10). Dort bekommen die Kinder eine besondere Förderung. 

Je nach Leistung des Kindes in der Grundschule, sollte man sich für eine Schulform für die folgenden Schuljahre entscheiden. Die Lehrer helfen dabei. Sie geben eine Empfehlung ab. Der Empfehlung kann man folgen, muss man aber nicht. Eltern, Kinder und Lehrer sollten am besten gemeinsam entscheiden, welche Schulform am besten passt.


Kinder und auch Erwachsene, können einen höheren Schulabschluss nachholen. Das heißt:

  • Wer einen Hauptschulabschluss gemacht hat, kann danach weiter zur Schule gehen und einen Realschulabschluss machen.
  • Oder: Wer einen Realschulabschluss hat, kann auf eine Fachschule gehen und ein Fachabitur machen und dann an einer Hochschule studieren. Wer einen guten Realschulabschluss gemacht hat, kann auch auf die Oberstufe eines Gymnasiums gehen. Dann kann man ein Abitur machen und auch an Universitäten studieren.

Das können Sie auch machen, wenn Sie bereits arbeiten. Dann können Sie zum Beispiel eine Abendschule besuchen.

Eine Übersicht über alle Schulen im Landkreis Fulda finden Sie hier

Schulalltag

Wenn Ihr erstes Kind in Deutschland in die Schule kommt, sind viele Sachen neu. Hier finden Sie Informationen und Erklärungen.

Schuleingangsuntersuchung
Bevor Ihr Kind in die Schule kommt, wird es von Ärzten untersucht. Das nennt man auch Schuleingangsuntersuchung. Sie bekommen automatisch einen Brief, in dem der Termin steht. Wenn Sie nicht zu dem Termin gehen können, können Sie einen neuen Termin machen.

Vorlaufkurs
Manche Kinder können vor der Grundschule einen Vorlaufkurs besuchen. Dort werden sie extra für die Schule vorbereitet. Die Kinder können zum Beispiel die deutsche Sprache verbessern. Oft wird bei der Schuleingangsuntersuchung festgestellt, ob Ihr Kind einen Vorlaufkurs besuchen sollte.

Einschulungsfeier
Am ersten Schultag Ihres Kindes gibt es meistens eine kleine Feier. Das heißt auch Einschulungsfeier. Bei der Einschulungsfeier in der Grundschule bekommen die Kinder von ihren Eltern eine Schultüte. In einer Schultüte sind zum Beispiel Schulsachen, Spiele oder Süßigkeiten.

Schulsachen
Die Eltern müssen für ihre Kinder viele Schulsachen kaufen, zum Beispiel:

  • Schulranzen
  • Stifte, Hefte, Übungsbücher
  • Sportsschuhe und Sportkleidung

Bekommen Eltern Geld vom Kreisjobcenter oder dem Sozialamt, gibt es dort zusätzliches Geld für diese Schulsachen. Das nennt man Leistungen zur Bildung und Teilhabe. Sie können bis zu 150 € pro Jahr für Schulsachen bekommen. Mehr Informationen finden Sie auch hier .

Noten
Neben den schriftlichen Noten gibt es auch mündliche Noten. Die Kinder bekommen eine gute mündliche Note, wenn sie aktiv im Unterricht mitmachen.

Entschuldigung und Krankmeldung
Wenn Ihr Kind nicht in die Schule gehen kann (zum Beispiel weil es krank ist) müssen die Eltern eine Entschuldigung für ihr Kind schreiben. Meistens sollten Sie zusätzlich morgens im Sekretariat anrufen.

Pädagogische Mittagsbetreuung
An vielen Schulen gibt es pädagogische Mittagsbetreuung. Dort bekommen die Schüler ein Mittagessen oder Hilfe bei den Hausaufgaben.

Ausflüge
Die Schulklassen machen auch oft Ausflüge, die etwas Geld kosten. Bekommen die Eltern Geld vom Kreisjobcenter oder dem Sozialamt, gibt es dort zusätzliches Geld für diese Ausflüge. Das nennt man Leistungen zur Bildung und Teilhabe. Sie können auch immer mit dem Lehrer sprechen, wenn Sie nicht genug Geld für den Ausflug haben. Mehr Informationen finden Sie auch hier.

Schüler aus Familien, die neu in Fulda sind

Aufnahme- und Beratungszentrum

Bei Kindern und Jugendlichen, die neu im Landkreis Fulda sind und noch kein Deutsch sprechen, gibt es oft viele Fragen. Dann hilft das Aufnahme- und Beratungszentrum. 

  • Wo kann der Schüler Deutsch lernen?
  • Welche Schule passt am besten zu dem Schüler?

Mehr Informationen über das Aufnahme und Beratungszentrum finden Sie hier.


InteA-Klassen

InteA-Klassen sind für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 20 Jahren, die neu in Deutschland sind. In diesen Klassen können Sie Deutsch lernen und einen Schulabschlusss machen. Aktuell gibt es diese Kurse bei der Richard-Müller-Schule. Mehr Informationen finden Sie auch auf der Website des Kultusministeriums.

Hilfe bei Hausaufgaben und Nachhilfe

Es gibt viele Angebote von Hausaufgabenbetreuung für Schüler. Hier gibt es oft kostenlose oder sehr günstige Angebote, zum Beispiel:

Es gibt außerdem kostenlose oder sehr günstige Hausaufgabenbetreuung bei diesen sozialen Organisationen in Fulda:

Wenn Ihr Kind mehr Unterstützung beim Lernen braucht, kann es auch Nachhilfe nehmen. Das geht zum Beispiel bei einer privaten Nachhilfeschule. Wenn Sie Geld vom Kreisjobcenter oder dem Sozialamt bekommen, können Sie dort auch Geld für die Nachhilfe bekommen. Das nennt sich Leistungen zur Bildung und Teilhabe. Dafür brauchen Sie eine Empfehlung von dem Lehrer. In dieser Empfehlung muss stehen, dass Ihr Kind diese Hilfe braucht. Mehr Informationen finden Sie auch hier.

Probleme in der Schule

Leider haben manche Kinder Probleme in der Schule, zum Beispiel:

  • Das Kind wird von anderen Kindern geärgert oder gemobbt.
  • Das Kind fühlt sich vom Lehrer nicht fair behandelt.
  • Das Kind wird diskriminiert, zum Beispiel wegen der Hautfarbe, der Herkunft oder der Religion.
  • Das Kind fühlt sich in der Schule nicht wohl.

Dann können Sie hier Hilfe bekommen:

  • Die meisten Schulen haben einen Vertrauenslehrer. Mit dem Vertrauenslehrer können die Kinder über Probleme in der Schule oder Probleme zu Hause sprechen.
  • Bei vielen Schulen gibt es auch einen Sozialarbeiter. Das sind keine Lehrer. Sie helfen Schülern, wenn sie Probleme haben. Manchmal sind sie auch im Unterricht dabei. Wenn Sie nicht wissen, ob es an der Schule Ihres Kindes einen Schulsozialarbeiter gibt, fragen Sie im Sekretariat nach.
  • Für jede Schule gibt es einen zuständigen Schulpsychologen. Den Kontakt zu dem Schulpsychologen bekommt man über das Staatliche Schulamt.
  • Bei Fällen von Diskriminierung können Sie bei der Beratungsstelle response Hilfe bekommen. Das Büro von response ist in Kassel, aber die Berater kommen kostenlos zu Ihnen nach Fulda und Umgebung. Mehr Informationen finden Sie unter response-hessen.de.